Jan, wie häufig unternehmt ihr etwas als Team?
JAN PETERS: Ein- bis zweimal im Jahr trifft sich die gesamte Belegschaft. Bisher war das immer im Sommer und um Weihnachten herum. In diesem Jahr haben wir den Sommerevent zum ersten Mal individuell innerhalb der Teams geplant. Unser Team hat sich für einen Rafting-Ausflug entschieden. Das hat allen grossen Spass gemacht.

Wie wichtig sind solche Goodies für die Mitarbeitenden? 
Der Ausflug hatte definitiv einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima. Die Stimmung war gelöster. Doch wichtig für den Teamspirit sind vor allem die kleineren Sachen, die wir als Team im Alltag zusammen machen. Kontinuität ist wichtig.

Welche Sachen sind das?
Wir essen alle sechs Wochen mittags gemeinsam. So sehen sich auch die, die nicht in einer Schicht zusammen arbeiten. Ausserdem organisieren sich die Mitarbeitenden untereinander. Ein paar unserer Mitarbeiterinnen treffen sich beispielsweise einmal in der Woche nach der Arbeit. Eine Gruppe von Mitarbeitern trainiert dafür regelmässig zusammen. Auch diese Dinge schweissen zusammen.

Ist es bei einem grossen Unternehmen besonders wichtig, dass Führungskräfte für gemeinsame Unternehmungen sorgen? 
Das Schöne an einem grossen Betrieb ist sicherlich, dass man mit so vielen unterschiedlichen Personen zu tun hat. Doch leider bekommt man sich nur sehr selten zu Gesicht. Als Arbeitnehmer entscheidet man sich für die Firma und bekommt das Team gratis dazu. Ob es wirklich passt, weiss man erst später. Bei uns sind die meisten im selben Alter, da findet man schnell Gemeinsamkeiten. Am Anfang, als intern viele Veränderungen anstanden, habe ich das Stärken des Teams aktiv vorangetrieben.

Wie hast du das gemacht? 
Bei den gemeinsamen Mittagessen kamen keine Gespräche zustande, also fanden wir: wir müssen uns ausserhalb der Praxis treffen und gemeinsam Spass haben. Also sind wir zum Bowling gegangen. Das hat das Eis gebrochen. Ab da haben alle zusammen gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt.

Ist der Physiotherapeut eher ein Einzelkämpfer?
Das glaube ich nicht. Die Therapeuten arbeiten mit vielen verschiedenen Patienten. Da wäre es schwierig, wenn sie lieber für sich wären. Sich austauschen, sich aushelfen oder mal einen Patienten übernehmen – das ist bei uns ganz normal.

Wie stark involvierst du dich selbst in den Team-Building-Prozess? 
Das ist sicher eine Gratwanderung. Die Frage: wie sehr kann ich mich reinhängen und wann muss ich mich zurückziehen, kommt immer wieder auf. Es ist wichtig, dass man das Chefsein auch mal ausblenden kann und doch weiss, wann man das Team besser allein lässt.